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Kapellen am Weg
Oberems, 01.07.2023 Seit ich hier in den Bergen bin, seit letzten Sonntag, entdecke ich die kleinen Kapellen für mich, und die Wallfahrtsorte, die Grotten im Fels. Die Kapellen, die still und fern im Wald stehen oder auf einem Felsen. Ich erlebe sie als Symbole meiner Existenz: das Schiff ist mein dargebotener, mein erdgleicher Körper. Die…
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Neue Wunder
Neue WunderBraucht der MenschIn der von WerkzeugenZu Raum geschnittenenZukunftsverbauten Zeit.Sie brechen ein mitBlumen und ZeichenUnd kommenZum SchimmerDeines geöffneten BrunnensAus dem duIn unserer SpäteErfrüht quellst.Und sie kommenMit LichtstimmenUnd entzäunten AugenSchön wie die EntdeckungDer Jade im Sand.Und wenn sie dich berührenVerharrst duBis deine TränenDich in Seide kleiden.Die alten WunderWiederumBleiben stehenHinter FotografienUnd ausgebliebenen TonaufnahmenDeiner großen Menschen.
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Die Arena
Das Bachbett weit oben, weit oben, eines unbenannten Wassers: Die Arena, in welcher der Fluss seiner Natur nachkommen kann: Unbändigkeit! Ich betrachte sie: die alte Freiheit meiner Erde.
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Der erhellte Strom
Wir sind Frühlinge.Umweht von Winden,Umtönt vom LiebesgesangDer AmselnBegierig nach LichtWie die FrühblüherIm kahlen Wald.Erfüllt vom Frühbild,Bald eine Wiese zu seinIn der Wärme,Auf der Kinder lachenUnd spielen.Wir sind geborenIns LichtUnd hell zu werden.Und auch, wenn wirNoch wie die FrühlingeVorübergehende sind,Schwer zu fassen,Reifen dochin jedem von unsErkenntnisse und Wahrheiten.Wir tragen sieIn den Tempel der ErdeUnd unter die…
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Auf der Furxer Alm im vollen Januar
Eine Kiefer über dem Weg in der Mitte des Hanges krümmt sich hinab zu mir, als sie mich im Westen aufsteigen sieht. Wir wollen rasten und hoffen darauf, dass die Strahlen der Sonne mit uns Freundschaft schließen werden. Hasen haben uns Pfotenstriche im Schnee hinterlassen und unter den Ästen der Kiefer einen Versammlungsplatz gezeichnet. Er…
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Wie Töne
Wie Töne, die auf ein Ohr warten,warten die wässrigen Worteauf die dargebotene Schalemeines Geistes.Gedichte sind Wasserfälle.Wir schreiben sie in uns zu Eis,das wir Wort für Wortzu seinem geistigen Ursprunghinaufklettern.
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Taten der Schönheit
Taten der Schönheit(zugleich Gedichte,welche eröffnet werden wollen:Vorfreudespiele zu Frühlingen!): Vor den hohen Spiegel auf der dunklen, alten Kommode stelle ich ein Bild von mir, auf dem meine Augen friedvoll geschlossen sind. In der Straße im Westen, auf der du lange nicht mehr gehst, umarme ich dich, Andersgewordene, zärtlich in meiner Erinnerung. Im grauen Licht dieses…
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Drei vorgeblich derbe Schülerinnen
27.07.22/27.01.23 Drei vorgeblich derbe, unentschiedene Schülerinnen mit krautigem Haar, die sich doch gar nicht gleichen, wissen nicht, wie sie sich durch die Straßen bewegen sollen. Sie umschleichen und umkreisen einander. Sie stehen einander im Weg und sie stolpern über einander. Gewirrt verschütten sie dabei ihr fades Wegziel in Sehnsüchte hinein, die sie nicht benennen können.…
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Urknallende Worte
Abends urknallen die Worte in michWie das WehenDas gegen mein Gesicht schlägtDas Wehen des WestensAm Rand des bedeutungslosen Feldes.Mich kümmert nichtZu erhörenUnd ich neige mich dabeischöpfungsgestilltDurchweht von demWas der Westen aufgeweht hatAuf seinem StromÜber HorizonteMich kümmert nichtFreigeschosseneWorte zu erhören,Zu erschmeckenSilbengewürz im Fall zur ZungeZu erriechendie Bekenntnisse eineseröffneten Gedichts –